Theologie

Theologie

Für eine "Barbarische Theologie"

Von einer Praxis der Herrschaft zu einer Praxis der Befreiung - Eine barbarische Theologie, die von den "Barbaren" ausgeht

„Das Nein zum Anderen ist die einzig mögliche Sünde; es ist die `Sünde der Welt`, die Ursünde. (…) Geschichtlich und real gesehen nimmt die Sünde seit dem 15. Jh. die konkrete Gestalt des Neins des nordatlantischen Zentrums zum Indio, Afrikaner, Asiaten, zum Landarbeiter, zum Außenseiter an. Der Europäer erobert die ganze Welt und sieht dies als legitime Ausfaltung seines Ich, seiner Welt und seiner Kultur an. Er leugnet damit die anthropologische Andersheit (z.B. den Indio) und die absolute Andersheit (Gott). Er bestätigt dadurch sich selbst und seine abendländische Zivilisation als „Gott“. Er erklärt seine Welt zur Welt schlechthin und erhebt die Herrschaft des Menschen über den Menschen zur „natürlichen Ordnung“ (Aristoteles).

Von einer Praxis der Herrschaft zu einer Praxis der Befreiung - von Willi Knecht, Frankfurt, St. Georgen im WS 73/74 (Seminar "Theologie der Befreiung")

PS: Im SS 1972 hatte sich in St. Georgen der erste "Studienkreis Theologie der Befreiung" in Deutschland gebildet, noch vor Erscheinen der deutschen Ausgabe des Buches "Theologie der Befreiung" von Gustavo Gutiérrez. Er wurde von lateinamerikanischen Mitstudenten (Doktoranden, mit konkreten Erfahrungen aus LA) initiiert und getragen. Einzige deutsche Mitarbeiter waren Christian Herwartz (heute Obdachlosenpriester in Berlin) und ich. Pater Semmelroth und Pater Grillmeier waren kritische Begleiter. 

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