Ist Afrika noch zu retten?

Ist Afrika noch zu helfen? – Zur Misereor-Fastenaktion 2017

Wenn die Lebensgrundlagen der Menschen in Afrika zum Vorteil von einigen Wenigen und letztlich von uns allen systematisch zerstört werden, dann ist dies - eigentlich - nicht mehr zu ertragen, erstrecht gilt dies für Christen (dies ist auch eine der Hauptaussagen der Botschaften  von Papst Franziskus). Und diese Menschen werden sich auf den Weg machen (müssen) und an unsere Strände gespült werden….! Wie wir uns als Christen stattdessen zu ihnen auf den Weg machen und ihnen entgegen kommen können, ist das Hauptanliegen der Fastenaktion von Misereor. Anhand guter Beispiele kann gezeigt werden, was wir tun können, dass möglichst viele Menschen ein Leben in Würde führen können – in Afrika wie bei uns.

Eigentlich – eigentlich ist Afrika südlich der Sahara reich an wertvollen Edelmetallen, an  alternativen Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser… ), an Flüssen und fruchtbaren Böden und könnte laut Berechnungen der UN damit etwa vier Milliarden Menschen ausreichend und ausgewogen ernähren. Eigentlich! Doch knapp die Hälfte seiner Bevölkerung ist unzureichend und mangelhaft ernährt.

Warum das so ist und welche Möglichkeiten bestehen, dem entgegenzuwirken, ist das Thema der neuen Fastenaktion von Misereor und soll am Beispiel von Burkina Faso veranschaulicht werden. Burkina Faso zählt mit einem mittleren Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 204 Euro pro Kopf und Jahr zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der absoluten Armutsschwelle. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der UN liegt Burkina Faso auf dem Platz 177 der 182 bewerteten Staaten.

80% der Bevölkerung von Burkina Faso leben (noch) auf dem Land und leben- eigentlich - von Ackerbau und Viehzucht. Doch das wichtigste Exportgut des Landes ist Baumwolle. Baumwolle wird im großen Stil angebaut, verbraucht viel fruchtbares Land und sehr viel Wasser - und dies alles gehört nicht mehr den „kleinen Leuten“. Sie wurden vertrieben und ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Sie  müssen sich nun als Wanderarbeiter und Tagelöhner auf den großen Plantagen verdingen, zu Löhnen, die bei weitem nicht zum Leben reichen. Daher müssen auch ihre Kinder „mithelfen“ (Stichwort: Kindersklaven). Die wenigen verblieben noch selbstständigen Viehzüchter müssen bald aufgeben, weil der Anteil an importierten Milchpulver (Nestle!) beim allgemeinen Milchverbrauch auf 95% angestiegen ist, weil es viel billiger ist, als die im Land produzierte Milch (vergleichbar gilt dies für nahezu alle lebensnotwendigen Produkte).

Wenn die Lebensgrundlagen der Menschen in Afrika zum Vorteil von einigen Wenigen und letztlich von uns allen systematisch zerstört werden, dann ist dies - eigentlich - nicht mehr zu ertragen, erstrecht gilt dies für Christen (dies ist auch eine der Hauptaussagen der Botschaften  von Papst Franziskus). Und diese Menschen werden sich auf den Weg machen (müssen) und an unsere Strände gespült werden….! Wie wir uns als Christen stattdessen zu ihnen auf den Weg machen und ihnen entgegen kommen können, ist das Hauptanliegen der Fastenaktion von Misereor. Anhand guter Beispiele kann gezeigt werden, was wir tun können, dass möglichst viele Menschen ein Leben in Würde führen können – in Afrika wie bei uns.

“Ich bin, weil du bist“ ist der Titel des Hungertuchs zur Fastenaktion 2017 – der Künstler Chidi Kwubiri lädt damit ein zum Dialog über die Art und Weise, wie wir Menschen einander näher kommen und miteinander Zukunft gestalten können.

Willi Knecht, als Beitrag zu drs.global (vierteljährlich), dem Newsletter der Diözese Rottenburg-Stuttgart

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